Politik soll nicht das Hobby einer unnahbaren Minderheit von alten grauen Herren sein! Politik betrifft uns alle und beeinflusst unser Leben Tag für Tag. Wir von politakt versuchen mit unseren Projekten, Jugendliche und junge Erwachsene - hauptsächlich mit Hilfe von Konzerten und originellen Strassenaktionen - auf die uns wichtigen politischen Problemfelder aufmerksam zu machen. Dabei nehmen wir uns die Freiheit, klare Stellung zu den einzelnen politischen Vorlagen zu beziehen. Der Verein politakt versteht sich als vollkommen unabhängig von sämtlichen politischen Parteien und Organisationen.
Angefangen hat alles, als ein paar politisch interessierte Jugendliche im Umfeld der ETH und der Universität Zürich beschlossen, zwei Konzerte für die Initiative "Strom ohne Atom" in Pfäffikon und Wil auf die Beine zu stellen. Zusätzlich wurden in verschiedenen Städten wie Rapperswil, Wattwil, Zürich, Wil und St.Gallen Flyeraktionen durchgeführt. Da die Projekte auf sehr grosses Echo stiessen und die Konzerte ein voller Erfolg waren, wurde dieses Vorgehen in einer ähnlichen Form gegen die Avanti-Initiative wiederholt. Da auch diese Aktionen sehr erfolgreich verliefen und im Verlaufe der Projekte weitere Mitglieder dazugekommen sind, beschlossen wir, einen Verein namens politakt zu gründen. Mittlerweile hat politakt bereits zehn Konzerte und zahlreiche weitere Aktionen zu verschiedenen Abstimmungen und Wahlen organisiert.
Sind die Behinderten dumm?
Von Emanuel, geschrieben am 09.06.2007
Hängt mit folgenden Projekten zusammen: Konzert: Nein zur 5. IVG-Revision
Irgendwie ist es komisch. Da redet das Ja-Komitee die ganze Zeit davon, dass die 5. IV-Revision auch den Behinderten nütze. Warum haben sie dann keine einzige «Behindertenorganisation» in ihren Reihen? Warum ging dann das Referendum von einer Selbsthilfe-Organisation aus, die sich schon seit Jahren für gleiche Rechte für Behinderte einsetzt? Sind die Behinderten dumm? Begreifen sie nicht, worum es geht?
Eingliederung vor Rente, darum geht es doch bei dieser Revision, nicht wahr? Um die Früherfassung und Frühintervention? Oder? Nun ja, das wollen uns zumindest die Befürworter weismachen. Und eigentlich tönt das ja auch alles wunderbar: Mehr Wiedereingliederung gleich weniger Defizit für die IV gleich mehr Geld für Behinderte, die es wirklich brauchen. Sehr schön. Nur: Wiedereingliederung? Wo denn? Wo gibt es denn Arbeitsstellen für vermindert arbeitsfähige Menschen? Anstatt die Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen (wie es übrigens viele andere europäische Länder bereits erfolgreich tun), werden mit der 5. IV-Revision Instrumente geschaffen, um Behinderte zu irgendwelchen Arbeiten zu zwingen. Das ist nicht nur nicht fair, sondern für psychisch Kranke auch gefährlich. Zwang kann solche Krankheiten schnell verschlimmern, und was als Eingliederung gedacht war, wird im Handumdrehen zur Ausgliederung.
Aber nicht nur das ist nicht durchdacht: Für die Eingliederung werden Dutzende Beamte eingestellt, 400 Millionen Franken jedes Jahr dafür ausgegeben, damit irgendwelche Leute für Behinderte Arbeitsplätze suchen, die es nicht gibt. Es droht die Abschiebung in geschützte Werkstätten. Und dieses «Geschützt» kann man auf zwei Arten verstehen: aus den Augen, aus dem Sinn.
400 Millionen Franken pro Jahr in den Sand gesetzt, weil man es verpasst hat, die Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen. Und woher nehmen wir das Geld, wenn die IV doch so viele Schulden hat? Klar: von den Renten. Von den Renten, die heutzutage im Durchschnitt schon nur 1500 Franken pro Monat betragen. Wie soll man davon leben? Noch dazu mit erhöhten Ausgaben wegen der eigenen Behinderung? Da bleibt für viele nur noch der Gang zum Sozialamt.
Eingliederung vor Rente - gern! Weniger Missbrauch - unbedingt! Aber die 5. IV-Revision hilft da genau gar nichts.
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Voller Tatendrang sind wir momentan daran, weitere Projekte in Angriff zu nehmen. Hauptsächlich werden wir uns weiterhin auf Abstimmungsvorlagen zu den Themen Gesellschaftspolitik und Umweltpolitik konzentrieren. Wie bisher versuchen wir, mit bestehenden Komitees zusammenzuarbeiten und ihre Tätigkeiten mit unseren Anlässen zu komplettieren. Zudem wollen wir die Zusammenarbeit mit Umweltschutz- und Entwicklungsorganisationen ausbauen.
