Politik soll nicht das Hobby einer unnahbaren Minderheit von alten grauen Herren sein! Politik betrifft uns alle und beeinflusst unser Leben Tag für Tag. Wir von politakt versuchen mit unseren Projekten, Jugendliche und junge Erwachsene - hauptsächlich mit Hilfe von Konzerten und originellen Strassenaktionen - auf die uns wichtigen politischen Problemfelder aufmerksam zu machen. Dabei nehmen wir uns die Freiheit, klare Stellung zu den einzelnen politischen Vorlagen zu beziehen. Der Verein politakt versteht sich als vollkommen unabhängig von sämtlichen politischen Parteien und Organisationen.
Angefangen hat alles, als ein paar politisch interessierte Jugendliche im Umfeld der ETH und der Universität Zürich beschlossen, zwei Konzerte für die Initiative "Strom ohne Atom" in Pfäffikon und Wil auf die Beine zu stellen. Zusätzlich wurden in verschiedenen Städten wie Rapperswil, Wattwil, Zürich, Wil und St.Gallen Flyeraktionen durchgeführt. Da die Projekte auf sehr grosses Echo stiessen und die Konzerte ein voller Erfolg waren, wurde dieses Vorgehen in einer ähnlichen Form gegen die Avanti-Initiative wiederholt. Da auch diese Aktionen sehr erfolgreich verliefen und im Verlaufe der Projekte weitere Mitglieder dazugekommen sind, beschlossen wir, einen Verein namens politakt zu gründen. Mittlerweile hat politakt bereits zehn Konzerte und zahlreiche weitere Aktionen zu verschiedenen Abstimmungen und Wahlen organisiert.
Wer hat’s erfunden? – Keinen Interessiert’s
Von Tobias, geschrieben am 26.12.2009
Seit der letzten Abstimmungsrunde ist das „Minarett“ aus den Medien nicht mehr weg zu denken. Es scheint, als wäre das Thema nach dem Ausgang interessanter als davor. Wie die überraschende Annahme der Initiative zu deuten ist, dazu wurden bereits hunderte Zeitungsartikel abgedruckt. Ob dabei ein Problem gelöst oder geschaffen worden ist, bleibt jedoch offen. Was aber sicher ist: Bei diesem ganzen Tohuvabohu um das Minarett rückte die zweite Initiative völlig in den Hintergrund: Das Waffenexport-Verbot.
Die Vorlage war chancenlos. Analysten zufolge zeigte sich das Stimmvolk mit dem klaren Nein vor allem solidarisch mit den rund 5000 Arbeitnehmenden; und das, obwohl ein Hilfsprogramm über 10 Jahre geplant gewesen wäre. Die Schweiz ist ein Teil der globalen Handelskette und als solcher vom Ausland abhängig. Vom Reissverschluss bis zur Haselnuss-Schokolade sind wir Schweizer auch stolz darauf. Lautstark wird verkündet, dass wir es waren, welche die Riccola Kräuterbonbons erfunden haben und damit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Husten und Halsschmerzen auf der ganzen Welt leisten. Über unsere Waffen existieren allerdings keine Produktwerbungen.
Wiese ist das so? Waffen tauchten in unserer Gesellschaft weit vor dem Minarett auf, und doch interessiert sich niemand dafür, woher sie kommen. Weder derjenige, der sie führt und schon gar nicht das Opfer. Dabei hätte die Schweiz mit dieser Initiative viel bewirken können. Z. B. dass indische Kinder nicht mehr mit Schweizer Waffen herumlaufen. Das Gute am Waffenexport ist, dass die Lieferanten nicht für Opfer verantwortlich gemacht werden. Hinzu kommt die grosse Distanz. Dinge, die in der Nachbarschaft passieren, sind von grösserem persönlichem Interesse, weder irgendwelche Konflikte in einem entfernten Land. Dabei hat es sich bei der Initiative um eine Grundsatzfrage gedreht. Die Frage lautete: „Kann ich es mit meinem Gewissen vereinbaren, dass mein Heimatland am Krieg anderer verdient?“
Die Schweizer Stimmberechtigten haben mit der Anti-Minarett-Initiative gezeigt, dass sie die Praktiken des Islams ablehnen und nichts damit zu tun haben wollen. Der Export Schweizer Waffen in Krisenregionen in der islamischen Welt geht indes weiter: Im Jahr 2008 besonders nach Saudi-Arabien, ein Land wo das Recht der Scharia vorherrscht und nach Pakistan, eine Atommacht. Haben wir uns mit diesem Abstimmungskombo, ja zu Waffenexport und nein zu Minarett, wirklich einen Gefallen getan? Fragen Sie Ihr Gewissen.

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Voller Tatendrang sind wir momentan daran, weitere Projekte in Angriff zu nehmen. Hauptsächlich werden wir uns weiterhin auf Abstimmungsvorlagen zu den Themen Gesellschaftspolitik und Umweltpolitik konzentrieren. Wie bisher versuchen wir, mit bestehenden Komitees zusammenzuarbeiten und ihre Tätigkeiten mit unseren Anlässen zu komplettieren. Zudem wollen wir die Zusammenarbeit mit Umweltschutz- und Entwicklungsorganisationen ausbauen.
