Portrait von Andreas Kundela Bookmark and Share

Vielfalt und Einfalt im Jahr der Biodiversität

Von Andreas, geschrieben am 07.02.2010

Nun ist es also endlich soweit. Das Internationale Jahr der Biodiversität hat begonnen. Die Generalversammlung der UNO hat das beschlossen und es erwartet uns laut Medienberichten eine ganze Reihe von interessanten Veranstaltungen zu diesem grossen Thema - das ganze Jahr hindurch. In den vergangen Jahren hatten wir Internationale Jahre zu vielen anderen Themen - zum Sport, zur Kartoffel oder zu Delfinen. Warum jetzt also die Biodiversität? Was genau ist damit gemeint? Und was sollen wir hier in der Schweiz damit anfangen?

Zugegeben, der Ausdruck "Biodiversität" mag etwas unklar sein. Ein Freund von mir (W. Pedia) hätte das treffender nicht formulieren können: "Biodiversität ist die biologische Vielfalt auf der Erde". Oder anders ausgedrückt: der Reichtum des Lebens, das uns umgibt und dessen Teil wir sind. Biodiversität beinhaltet also die ganze Bandbreite von Arten (z.B. Äpfel und Orangen), innerhalb der Arten (Jonagold und Elstar), sowie die Lebensräume, in welchen die Pflanzen wachsen und die Tiere sich tummeln (z.B. Hochstamm-Obstgarten mit Magerwiese). Wie wichtig die Biodiversität für uns alle ist, zeigt folgendes Zitat der UNO: "Die wesentlichen auf unserem Planeten zur Verfügung stehenden Güter und Dienstleistungen hängen von der Vielfalt und Variabilität von Genen, Arten, Populationen und Ökosystemen ab."

Wildtierfeindliche Monokultur

Biodiversität ist überall. Ob beim Einkaufen, zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs: den Grossteil der natürlichen Ressourcen und der Energie, die wir beanspruchen, verdanken wir den Ökosystemleistungen und damit der Vielfältigkeit unserer natürlichen Umwelt. Dieser Vielfalt begegnen wir heute jedoch mit grosser Einfalt, was unser Denken wie auch unser Handeln betrifft: Lebensräume werden laufend verkleinert oder ganz zerstört. Weltweit ist ein dramatischer Verlust von biologischer Vielfalt zu verzeichnen. Auch in der Schweiz nimmt der Artenreichtum weiter ab und es gehen täglich wertvolle Lebensräume verloren. Für Strassen und Siedlungsraum wird in der Schweiz pro Sekunde 1 m2 Land zugepflastert. Dabei wird dem Specht und der Biene ihr Zuhause weggenommen. Etwas salopp zusammengefasst: Unser einfältiges Handeln führt zum Verlust der biologischen Vielfalt. 

Würden alle Menschen so leben wie die durchschnittliche Schweizerin oder der durchschnittliche Schweizer, wären die natürlichen Ressourcen von 2.4 Planeten nötig. Unser Lebensstil beeinflusst den Ressourcenverbrauch direkt und damit unseren ökologischen Fussabdruck. Mobilität zum Beispiel hat ihren Preis, indem sie durch den Bau von Infrastrukturanlagen Ökosysteme zerschneidet. Wer hingegen diese Einfältigkeit überwindet und, beispielsweise, ökologisch produzierte Lebensmittel auf dem lokalen Markt einkauft, kann einen Beitrag zur Sicherung der Artenvielfalt leisten. Denn die Biodiversität zu erhalten und zu fördern ist eine Herausforderung für alle.

Artenreiche Magerwiese mit Hochstamm-Obstgarten

Jeder kann seinen Teil dazu beitragen - beim Essen, beim Wohnen und in der Freizeit: Einheimische Gewächse im Garten oder auf dem Balkon erhöhen die Artenvielfalt im Siedlungsraum und Nisthilfen, am richtigen Ort angebracht, bieten Fortpflanzungsmöglichkeiten und Schutz für Bienen und Vögel. Lebensmittel aus naturnahem Anbau kommen mit weniger oder ganz ohne Pestizide aus und schonen den Boden und die darin lebenden Organismen.

Das Biodiversitäts-Jahr 2010 soll uns die Möglichkeit geben, unseren Lifestyle zu hinterfragen und deren Einfältigkeit. Lassen wir gemeinsam unser Denken und Handeln im Jahr 2010 vielfältiger werden!

Weiter Informationen zur Biodiversität und Veranstaltungen findet man auf www.biodiversitaet2010.ch.

 

Ausserdem findet man auf den folgenden Links wertvolle Infos und Tipps für den Alltag:

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Bist du ein Mensch? Antworte mit Ja

  • 16:09, 09.02.2010 von Hannes Kelholz

    Falscher Ansatz: Bewerten Sie ökonomisch die Biodiversität und bringen Sie Marktmechanismen in die Angelegenheit. Das ist die Aufgabe der Politik. Dann haben wir auch in Zukunft Biodiversität.