Politik soll nicht das Hobby einer unnahbaren Minderheit von alten grauen Herren sein! Politik betrifft uns alle und beeinflusst unser Leben Tag für Tag. Wir von politakt versuchen mit unseren Projekten, Jugendliche und junge Erwachsene - hauptsächlich mit Hilfe von Konzerten und originellen Strassenaktionen - auf die uns wichtigen politischen Problemfelder aufmerksam zu machen. Dabei nehmen wir uns die Freiheit, klare Stellung zu den einzelnen politischen Vorlagen zu beziehen. Der Verein politakt versteht sich als vollkommen unabhängig von sämtlichen politischen Parteien und Organisationen.
Angefangen hat alles, als ein paar politisch interessierte Jugendliche im Umfeld der ETH und der Universität Zürich beschlossen, zwei Konzerte für die Initiative "Strom ohne Atom" in Pfäffikon und Wil auf die Beine zu stellen. Zusätzlich wurden in verschiedenen Städten wie Rapperswil, Wattwil, Zürich, Wil und St.Gallen Flyeraktionen durchgeführt. Da die Projekte auf sehr grosses Echo stiessen und die Konzerte ein voller Erfolg waren, wurde dieses Vorgehen in einer ähnlichen Form gegen die Avanti-Initiative wiederholt. Da auch diese Aktionen sehr erfolgreich verliefen und im Verlaufe der Projekte weitere Mitglieder dazugekommen sind, beschlossen wir, einen Verein namens politakt zu gründen. Mittlerweile hat politakt bereits zehn Konzerte und zahlreiche weitere Aktionen zu verschiedenen Abstimmungen und Wahlen organisiert.
„Green Bio Fuels“ - ist grün nur der Vorname?
Von Thomas, geschrieben am 24.03.2010
Sich seine Fassade „grün“ anzumalen gehört heute zum Marketing-Repertoire der meisten Konzerne. Wichtig scheint dabei vor allem zu sein, dass diese Farbe weithin sichtbar, grell-grün leuchtet, wobei gerade solche Farben manchmal die Tendenz haben, ökologisch sehr unverträglich zu sein – wenn man ihrer Stoffzusammensetzung auf den Grund geht. Soviel zu diesem Thema im übertragenen Sinne. So hat, etwas konkreter nun, z.B. Mac Donalds tatsächlich seine Logofarbe von rot auf grün gewechselt und Starbucks wirbt seit neustem mit Max Havelar Kaffee. Bei solchen Umstrukturierungen dürfte sich in den meisten Fällen rund um den klitzekleinen Kern einer – ich will dies ich nicht in Abrede stellen – guten Tat, ein riesengrosser Ballon der Imagepflege aufblasen. Es sind dies Ballone grell-grüner Farbe mit unbekannter chemischer Stoffzusammensetzung. Eine Firma, die ein solches Image dermassen nötig hat, sich „Green Bio Fuels“ zu nennen, und damit schon im Firmennamen mit den beiden Wörtern „green“ und „Bio“ gleich doppelt auf ihre ökologische Integrität verweisen will, löst bei mir einiges Misstrauen aus. Was natürlich nicht alleine zur Vorverurteilung reicht.
Besagte Firma will in Bad Zurzach (AG) eine Raffinerie für sogenannte Agrotreibstoffe bauen. Kapazität: 130 Mio Liter (Umgerechnet auf z.B Raps = 100'000 Hektaren Ackerbaufläche = Ein Viertel der Schweizer Ackerbaufläche). Rohstoff: Die Jatropha Pflanze, importiert aus Mosambik in Afrika. Verschiedene Studien bezweifeln stark, dass eine ökologisch sinnvolle und sozial vertretbare Produktion von Treibstoffen aus dieser Pflanze möglich ist. Dass die Agrotreibstoff-Produktion in den meisten Fällen die Nahrungsmittelproduktion konkurrenziert, ist eine weithin bekannte Tatsache. Je nach Pflanze und Produktionsland kann dieses Problem lediglich etwas stärker oder weniger stark ins Gewicht fallen. Die Firma „Green Bio Fuels“ hat auf diese Vorwürfe auf ihrer – übrigens etwas handgestrickt wirkenden – Website eine schon fast humorvoll einfache Antwort parat: „Die Früchte der Jatropha-Pflanze sind nicht essbar – daher konkurrenzieren wir die Nahrungsmittelproduktion nicht“.

Immerhin scheint es so zu sein, dass die Jatropha Pflanze auch an trockenen Standorten gedeiht, wo manche Nahrungs-Pflanze nicht überleben könnte. Doch es ist fraglich, ob für eine effiziente Produktion von Jatropha-Öl tatsächlich solche Standorte ausgesucht würden, oder ob dieses Argument letztlich ebenfalls eine Augenwischerei ist. Ich kann diese Frage selbst nicht abschliessend beantworten, doch ich bleibe sehr kritisch. Die Gemeinde Bad Zurzach hat der Firma Green Bio Fuels im Februar die Baubewilligung für die Raffinerie erteilt. Ob es sich wohl lohnen würde, bei der Gemeindeverwaltung nachzufragen, ob sie im Besitz einer Auswertung zur ökologischen und sozialen Vertretbarkeit dieses Projekts von einer unabhängigen Stelle ist? Für diese und andere neugierige Fragen gäbe es die Mailadresse gemeindeverwaltung@badzurzach.ch.
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Voller Tatendrang sind wir momentan daran, weitere Projekte in Angriff zu nehmen. Hauptsächlich werden wir uns weiterhin auf Abstimmungsvorlagen zu den Themen Gesellschaftspolitik und Umweltpolitik konzentrieren. Wie bisher versuchen wir, mit bestehenden Komitees zusammenzuarbeiten und ihre Tätigkeiten mit unseren Anlässen zu komplettieren. Zudem wollen wir die Zusammenarbeit mit Umweltschutz- und Entwicklungsorganisationen ausbauen.

Was die Gemeindeverwaltung sagt
17:18, 26.03.2010 von Thomas
Kleine Anmerkung: ich habe bei der Gemeindeverwaltung nachgefragt, ob ihr ein Bericht zur ökologischen und sozialen Vertretbarkeit vorliege. Die Gemeinde weist die Zuständigkeit von sich. Die Antwort im Original:
Der Gemeinderat Bad Zurzach hat mit Zustimmung der kantonalen Behörden (Umweltverträglichkeitsprüfung) die Baubewilligung erteilt. Die ökologische und soziale Vertretbarkeit des Projektes ist nicht Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Baubewilligungsverfahrens und liegt demzufolge auch nicht in der Kompetenz des Kantons oder der Gemeinde. Gemäss Treibstoffökobilanz-Verordnung, TrÖbiV hat die GBF Green Bio Fuel Switzerland AG zwecks Befreiung von der Mineralölsteuer dem Bundesamt für Umwelt eine positive ökologische Gesamtbilanz zu erbringen.
Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte direkt an die
GBF Green Bio Fuel Switzerland AG
Zürcherstrasse 42
5330 Bad Zurzach
Tel. 056 269 62 05
Freundliche Grüsse
BAUVERWALTUNG BAD ZURZACH
Dipl.Masch.Ing.ETH
17:03, 25.03.2010 von Amadeus Thiemann
ganz kurz:
Bio-fuels machen Sinn wenn sie aus Abfallstoffen hergestllt werden. Also als sekundäre Landnutzung.
Ansonsten nennen wir sie gerne AGRO-Treibstoffe weil es dann nämlich meistens agressiv gegenüber dem Leben sind. Auf typischen "Jatropha-Böden" kann zwar tatsächlich meist kein Tier was zu fressen finden ohne zu verdursten, aber die Pflanzen verbrauchen trotzdem Wasser, senken den Grundwasserspiegel und führen zu Wüstenausbreitung.
Falls das BFE diese Anlage fördern sollte, wär auf die EnV 730.01 hinzuweisen, diese Technik ist nämlich nicht Stand der Technik und nicht "rationelle Energienutung" somit darf sie nicht durch KEV, oder Forschungsgelder gefördert werden.