Politik soll nicht das Hobby einer unnahbaren Minderheit von alten grauen Herren sein! Politik betrifft uns alle und beeinflusst unser Leben Tag für Tag. Wir von politakt versuchen mit unseren Projekten, Jugendliche und junge Erwachsene - hauptsächlich mit Hilfe von Konzerten und originellen Strassenaktionen - auf die uns wichtigen politischen Problemfelder aufmerksam zu machen. Dabei nehmen wir uns die Freiheit, klare Stellung zu den einzelnen politischen Vorlagen zu beziehen. Der Verein politakt versteht sich als vollkommen unabhängig von sämtlichen politischen Parteien und Organisationen.
Angefangen hat alles, als ein paar politisch interessierte Jugendliche im Umfeld der ETH und der Universität Zürich beschlossen, zwei Konzerte für die Initiative "Strom ohne Atom" in Pfäffikon und Wil auf die Beine zu stellen. Zusätzlich wurden in verschiedenen Städten wie Rapperswil, Wattwil, Zürich, Wil und St.Gallen Flyeraktionen durchgeführt. Da die Projekte auf sehr grosses Echo stiessen und die Konzerte ein voller Erfolg waren, wurde dieses Vorgehen in einer ähnlichen Form gegen die Avanti-Initiative wiederholt. Da auch diese Aktionen sehr erfolgreich verliefen und im Verlaufe der Projekte weitere Mitglieder dazugekommen sind, beschlossen wir, einen Verein namens politakt zu gründen. Mittlerweile hat politakt bereits zehn Konzerte und zahlreiche weitere Aktionen zu verschiedenen Abstimmungen und Wahlen organisiert.
Ein grosser Tag für die Schweizer Natur
Von Fabian, geschrieben am 20.12.2008
Hängt mit folgenden Projekten zusammen: Party: Discotakt Vol. 1 für das Verbandsbeschwerderecht
Zur Abstimmung über die Verbands-beschwerdeinitiative vom Sonntag, 30. November.
Der Sonntag, 30. November, war ein wichtiger Tag für die Zukunft unseres Landes. So hatten Herr und Frau Schweizer ihre Stimme zu fünf nationalen Abstimmungsvorlagen abzugeben.
Darunter war eine Vorlage, deren Tragweite für die Sicherung unserer Lebensgrundlagen von besonders grosser Bedeutung war: die Initiative der Zürcher FDP, welche die Abschaffung der Verbandsbeschwerde zum Ziel hatte. Mit 66 Prozent Nein-Stimmen wurde die Vorlage bachab geschickt. Ein erfreuliches Resultat.
Seit 1966 ermöglicht es die Verbandsbeschwerde nationalen Umweltverbänden, Beschwerde gegen gesetzeswidrige Bauprojekte einzureichen. Mit diesem bewährten Raumplanungsintrument konnte die Schweizer Natur vor vielen grossen Bausünden bewahrt werden. Paradebeispiele dafür sind die Landschaft rund um den Aletschgletscher sowie die Reblandschaft Lavaux am Genfersee.
Ohne das Verbandsbeschwerderecht würden diese Landschaften in der heutigen Form nicht mehr existieren und wären von der UNESCO wohl nicht zum Weltnatur- beziehungsweise Weltkulturerbe erklärt worden.
Die klare Ablehnung der FDP-Initiative ist als ein Votum der Schweizer Bevölkerung für eine nachhaltige Entwicklung zu verstehen. Meiner Meinung nach ist es gut möglich, dass nicht zuletzt die Finanzkrise zu diesem klaren Resultat beigetragen hat: 66 Prozent der Stimmberechtigten stellen die Sicherung unserer Lebensgrundlagen klar vor ein kurzfristiges Gewinndenken. Die Finanzkrise hat deutlich gezeigt, wohin dieses kurzfristige Denken führt.
Das Resultat der Abstimmung über das Verbandsbeschwerderecht lässt mich im Hinblick auf die wichtigen Abstimmungen, welche in den nächsten Jahren auf uns zukommen werden, hoffen.
Wir werden uns entscheiden müssen, wie wir unsere Energieversorgung sichern wollen und es gilt das Zeitalter eines echten Klimaschutzes einzuläuten. Es heisst nun Weichen zu stellen, heraus aus der Sackgasse der Grosskraftwerke und der Atomenergie hin zu einer dezentralen, in den Regionen verankerten Energieversorgung mit Sonnen- und Windenergie sowie Wasserkraft und Geothermie.
Die Stadt Zürich hat dieses Wochenende in der Energiepolitik ein klares Zeichen gesetzt. Die Abstimmungsvorlage, welche eine nachhaltige Energiepolitik in der Verfassung verankert, wurde mit phänomenalen 76,6 Prozent überaus klar angenommen.
Damit steigt Zürich aus der Atomenergie aus, will den Energieverbrauch um einen Drittel reduzieren und drei Viertel der Zürcher Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Chapeau! Ich hoffe - Nein, ich bin davon überzeugt, dass ähnliche Vorlagen schon bald in vielen weiteren Schweizer Städten und Kantonen zur Abstimmung kommen. Und das ist auch nötig, denn das Klima wartet nicht auf die Politik. Es ist höchste Zeit, mit grossen Schritten auf eine nachhaltige Energieversorgung zuzugehen.
Fabian Cortesi, Grüne St. Gallen, Rapperswil-Jona
© Die Südostschweiz; 07.12.2008; Seite 8
Südostschweiz Gaster/See Region
Quelle: 20.12.2008, Südostschweiz, von Fabian Cortesi
Voller Tatendrang sind wir momentan daran, weitere Projekte in Angriff zu nehmen. Hauptsächlich werden wir uns weiterhin auf Abstimmungsvorlagen zu den Themen Gesellschaftspolitik und Umweltpolitik konzentrieren. Wie bisher versuchen wir, mit bestehenden Komitees zusammenzuarbeiten und ihre Tätigkeiten mit unseren Anlässen zu komplettieren. Zudem wollen wir die Zusammenarbeit mit Umweltschutz- und Entwicklungsorganisationen ausbauen.

